Arbeitsgebiet:
Ausbilderinnen / Ausbilder mit SVEB Zertifikat – Durchführung von Lernveranstaltungen arbeiten in unterschiedlichen Arbeitskontexten, beispielsweise
- in öffentlichen und privaten Institutionen der Erwachsenenbildung
- in Bildungsabteilungen von politischen und gewerblichen Organisationen, welche neben anderen Leistungen auch Bildungsveranstaltungen anbieten
- bei der Ausbildung von Lernenden in Betrieben, in überbetrieblichen Kursen sowie als Ausbildende in der Höheren Berufsbildung und in der beruflichen Weiterbildung
- in der innerbetrieblichen Aus- und Weiterbildung
- in Bereichen der ehrenamtlichen Arbeit und Freiwilligenarbeit
- als Kursleiterinnen und Kursleiter für befristete Ausbildungsaufträge oder Projekte
Ausbilderinnen und Ausbilder mit SVEB Zertifikat – Durchführung von Lernveranstaltungen:
- planen Lernveranstaltungen mit Gruppen von Erwachsenen nach vorgegebenen Konzepten: Sie setzen im eigenen Fachbereich und Berufsfeld vorgegebene Konzepte und Lehrpläne in konkrete didaktische Feinplanungen um. Sie planen den Einsatz von Lehr- und Lernmedien und sie entwickeln kompetenz- und lernzielorientierte Lernaufgaben. Sie beurteilen und bewerten Lernleistungen und Verhalten. Sie unterstützen in ihrer Ausbildungstätigkeit einen Transfer von theoretischen Ausbildungsinhalten in die berufliche Praxis und beziehen Elemente aus der Praxis in Ausbildungssequenzen ein.
- führen Lernveranstaltungen durch: Sie gestalten und leiten Lernveranstaltungen im eigenen Fachbereich und Berufsfeld und passen dabei die Planung mit geeigneten Methoden, Lernformen und Medien situativ an die spezifische Teilnehmendengruppe an. Sie setzen technologiebasierte Lehr- und Lernformen didaktisch sinnvoll und fachgerecht ein.
- überprüfen und beurteilen den Lernerfolg und geben den Teilnehmenden Rückmeldungen zum Stand des individuellen Lernprozesses: Sie geben Teilnehmenden Rückmeldungen zu ihren Leistungen und Fortschritten im Lernprozess. Dabei orientieren sie sich an angestrebten Lernzielen, Kompetenzen oder an formativen und zu beurteilenden Kriterien. Zu ihren Aufgaben gehört häufig die Beurteilung von Lernleistungen.
- evaluieren Lernveranstaltungen: Sie setzten die institutionellen Evaluationsverfahren gemäss den Qualitätsvorgaben um. Für die Auswertung der Lernsituation wählen sie geeignete Evaluationsmethoden und -instrumente aus und leiten aufgrund der Ergebnisse Massnahmen zur Verbesserung ein.
- gestalten den Austausch mit Teilnehmenden: Im Lernprozess ermöglichen sie vielfältige, lernförderliche Kommunikations- und Austauschformen zwischen sich und den Teilnehmenden sowie der Teilnehmenden untereinander. Sie fördern eine lernförderliche Atmosphäre.
- reflektieren ihr eigenes Verhalten, ihre Haltung und ihre Rolle als Ausbildende in Lernveranstaltungen: Sie leiten aus der Reflexion Konsequenzen für ihre Lehrtätigkeit und den Umgang und für Gespräche mit den Teilnehmenden ab.
Voraussetzungen für den Kursbesuch
Vorausgesetzt wird die Fachkompetenz im eigenen Fachbereich. Bereits vorhandene Erfahrungen im Leiten von Lernveranstaltungen mit Erwachsenen begünstigen den Lernerfolg. Es wird dringend empfohlen, spätestens parallel zum Modulbesuch eigene Lernveranstaltungen durchzuführen.
Lerninhalte
- Grundlagen erwachsenenspezifischen Lernens und Lehrens
- Lernpräferenzen, Lernstile und Lernarten
- Lernprozessmodelle und didaktische Feinplanung von Lerneinheiten
- Kompetenzen und Lernziele, Zielformulierung
- Auswahl von Lerninhalten
- Methodenvielfalt und Sozialformen in der Erwachsenenbildung
- Methoden und Lernformen in verschiedenen Lernphasen und Lernsettings
- Kooperative Lernformen, Begleitung von Gruppenaufträgen
- Einsatz von analogen und technologiebasierten Medien und Lernmaterialien
- Gestaltung von Lernaufgaben und Lernaufträgen, Anleitungen von Lernaktivitäten
- Wahrnehmung der Lernsituation, adaptive Umsetzung der Feinplanung
- einfache Methoden zu Sicherung von Lernergebnissen, Zielüberprüfung und Auswertung von Lernsequenzen
- Menschenbild und andragogische Grundhaltungen
- Grundlagen der Kommunikation in Lernsituationen
- Vielfalt im Zusammenhang mit der Entwicklung von Gruppen
- Aspekte des lernförderlichen Klimas, Vereinbarung und Einhaltung von Kommunikationsregeln
- Ziel- und teilnehmendenorientierte Gesprächsführung, Grundlagen der Moderation
- Umgang mit Störungen und Konflikten in Lerngruppen
- Lernverständnis, Haltungen und Rollen als Kursleitende*r
Aufbau des Lehrgangs
Die Inhalte werden in 2- oder 3-tägigen Ausbildungssequenzen vermittelt und sind auf einen Zeitraum von mindestens vier Monaten verteilt. Der Kurs besteht aus 15 Präsenztagen, wovon 5 Tage online durchgeführt werden. Dies ermöglicht die unmittelbare Umsetzung der erworbenen Kompetenzen in die eigene Ausbildungstätigkeit.
Lernzeit
- 60 Stunden Kontaktlernzeit physisch präsent
- 30 Stunden Kontaktlernzeit online
- Die Kontaktlernzeit ist auf mindestens 4 Monate verteilt.
- 165 Stunden selbständige Lernzeit
Kompetenznachweis
Schriftliche Planung und Durchführung einer Minilektion in der Ausbildungsgruppe. Anschliessendes Feedback der Gruppe und Selbsteinschätzung des Teilnehmers, der Teilnehmerin. Die Bewertung erfolgt durch die Kursleitung mittels Kriterien.
Die Minilektion ist bestanden, wenn alle formalen Kriterien vollständig und die Kriterien zum Rückmelde- und Reflexionsteil in wesentlichen Teilen erfüllt sind. Bei Nicht-Bestehen kann einmal wiederholt werden.
Zertifizierungsbedingungen
Für den Erhalt des Modulzertifikates bzw. «SVEB-Zertifikat Ausbilderin/Ausbilder – Durchführung von Lernveranstaltung» müssen folgende Anforderungen erfüllt sein:
- Aktive Teilnahme an der Kontaktlernzeit (min. 80 %)
- Durch den Moduldozenten oder die Moduldozentin mit «bestanden» bewerteter Kompetenznachweis
- Reflexion des persönlichen Lernprozesses. Die Reflexion hat schriftlich zu erfolgen und wird vom Moduldozenten oder von der Moduldozentin attestiert. Sie wird nicht qualifiziert; ein Feedback ist fakultativ
- Mindestens 2-jährige Praxiserfahrung in einem Umfang von mindestens 150 Stunden, davon mindestens 100 Stunden in der Begleitung von Gruppen
Das SVEB-Zertifikat Ausbilderin/Ausbilder – Durchführung von Lernveranstaltungen ist unbeschränkt gültig. Wer nach Abschluss des Moduls und Bestehen des Kompetenznachweises die für dieses SVEB-Zertifikat erforderliche Praxis noch nicht ausweisen kann, erhält vorerst eine Modulbestätigung ausgestellt.
Rechtsmittel und Wiederholung
Gegen die Bewertung «nicht bestanden» kann beim Modulanbieter innert 30 Tagen schriftlich begründet Einsprache erhoben werden.
Der Modulanbieter entscheidet über:
- Gutheissung der Einsprache (Kompetenznachweis doch «bestanden»)
- Wiederholung
- Abweisung der Einsprache
Gegen den Entscheid des Modulanbieters kann bei der QSK innert 30 Tagen eine schriftlich begründete Beschwerde eingereicht werden. Die QSK prüft, ob das Verfahren formell richtig war. Für die Verfahrenskosten ist ein Kostenvorschuss von CHF 350.– zu leisten. Der Kostenvorschuss wird zurückerstattet, wenn die Beschwerde gutgeheissen wird.
Organisation
- Lehrgangsleitung: Daniel Schröder, Leiter Weiterbildung / daniel. schroeder@bzgbs. ch
- Dozierende: ausgewählte Dozierende mit fundierten fachlichen und methodischen Fähigkeiten
- Kosten: siehe Ausschreibung
- Programm: siehe Ausschreibung
- Administration: Anke Rupp / anke. rupp@bzgbs. ch
- Homepage: www.bzgbs.ch